Die Tagung New Adult Fiction: Interdisziplinäre Perspektiven auf ein populäres Phänomen widmet sich einem populären literarischen Feld, das gegenwärtig grosse Leser:innenschaften mobilisiert, zugleich aber ästhetisch, kulturkritisch und institutionell umkämpft ist. Zwischen Feuilletonkritik, BookTok-Euphorie und verhaltener akademischer Neugier wird New Adult Fiction häufig entweder als marktgetriebene Unterhaltung oder als symptomatisches Krisengenre gelesen. Die Tagung setzt dem eine differenzierte, interdisziplinäre Perspektive entgegen und fragt danach, wie das Phänomen in Literaturwissenschaft und (empirischer) Kulturwissenschaft als dynamischer Aushandlungsraum gedacht werden kann, in dem literarische Formen, soziale Konflikte - vor allem rund um Gender und Sexualität – sowie ästhetische Praktiken neu konfiguriert werden.
Im Zentrum der Tagung stehen Genres, Tropes und Gefühlsstrukturen als kulturelle Formen, in denen sich Erfahrungen des Erwachsenwerdens in der Gegenwart verdichten. Die Beiträge untersuchen New Adult als emotionale Erfahrungswelt, als Crossover-Phänomen zwischen Hoch- und Populärkultur, als politisierte queere bzw. kritisch-heterosexuelle Liebes- und Krisenliteratur sowie als transmediales Zusammenspiel von Texten, Plattformen und Lesekulturen.